Kurz vor der US-Wahl habe ich einen Artikel über den amerikanischen Wahlkampf für die aktuelle STUZ geschrieben. Für alle, die nicht an ein Print-Exemplar drankommen, was natürlich viiiiel cooler ist: Hier ist er. Hier ist nochmal der zweite, leider rausgekürzte Teil, den ich vor kurzem schonmal vorab gepostet habe. Es war mein erster Artikel für die STUZ, also bitte fleißig kritisieren!
Tag Archive for 'US-Wahlen'
Was wir gerade erlebt haben, sprengt alle meine Vorstellungskraft - über Politik und was sie bedeutet, über Vaterland und wie man sich mit ihm identifizieren kann, über Freude und wie man sie teilen kann.
Große Worte, so wie die eines historischen Momentes - doch wenn man das hier erlebt hat, glaubt man daran, dass sich heute wirklich etwas verändert hat:
Wir waren gerade auf dem Nachhause-Weg vom Public Viewing am Rockefeller Center, da erwartet uns vor unserer Haustür diese Masse frenetisch feiernder Menschen, die ihrer Freude über den Sieg Obama´s freien Lauf lassen. Selbst ein sonst sehr kontrollierter Freund von uns war völlig aufgelöst: “Sowas habe ich noch nie erlebt. Das hier ist großartig: wir haben unser Land wieder!” Nach acht Jahren, in denen sich die meisten Jugendlichen für ihr Land geschämt haben, fühlen sie sich endlich wieder eins mit ihrem geliebten Amerika. Und sie glauben Obama, wenn er sagt, dass er den Menschen die Demokratie wieder in die eigene Hand geben wird.
Eine gute Wahl.
Junge, Junge: dieses Wochenende war tough. Für eine kleine Zeitschrift soll ich ja über die amerikanischen Präsidentschaftswahlen schreiben. Ende letzter Woche habe ich dann die Nachricht bekommen, dass der erste Artikel am Montag fertig sein muss. Montag! Sau wenig Zeit. Aber es hat hingehauen: ich hab´das Wochenende durchgeackert und das süße Stück soeben abgeschickt. Nach all der ernsten Recherche sind mir mir diese heiteren Töne von der US-Wahl eine willkommene Abwechslung:
Lustig, dass ich das Video erst bei Johannes finden muss, wo die ganze Sache doch hier um die Ecke stattgefunden hat. Hier ein kleiner Auszug aus dem Artikel:
Die Rollen sind klar verteilt: Obama ist der charismatische Visionär,
der frischen Wind ins festgefahrene Washington bringt und
die Lobbyisten durch dynamische Weltverbesserer ersetzen will.
McCain ist der erfahrene Politprofi, der sich als Navy-Pilot
verdient gemacht hat und durch seine Gefangenschaft in Vietnam
zum Kriegshelden aufgestiegen ist. Patriotismus ist sein Zugpferd,
das von Obama ist Pathos. Mit seinen leidenschaftlichen
„vote for change“-Apellen scheint dieser das Bedürfnis nach Wandel
eher zu treffen als McCain.
Ich muss zugeben: als jungem Kerl voller Weltverbesserungsgelüsten hat Obama auf mich eine natürliche Anziehungskraft. Seine mitreißenden Reden lassen mich nicht kalt und solche Videos wie das da oben verstärken die Sympathie. Das einzige, was mich nachdenklich werden lässt, sind einige seiner Ansichten, die nicht in den Medien auftauchen. Ich nenne hier einfach mal ein paar Punkte, die in Deutschland traditionell weniger liberal gesehen werden, ohne meine eigene Meinung einzubringen:
Abtreibung will er erlauben, bis der Fötus selbstständig lebensfähig ist. Das ist um die 25. Schwangerschaftswoche herum. Forschung an embryonalen Stammzellen soll selbst dann erlaubt sein, wenn diese eigentlich zur künstlichen Befruchtung gedacht waren und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sollen Stück für Stück mit der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden.
Was denkt ihr dazu?
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