I really would [like to sing].

*Abi*denkt*

Ich bin in Sachen Lebensverbesserung ein sehr pragmatischer Mensch. Auch wenn ich mich in manchen Dingen nicht so gut motivieren kann, etwas durch zu ziehen (wie Seminararbeiten oder Fenster putzen), so ist es doch meistens so, dass ich Dinge, die mich stören/belasten/traurig machen lieber sofort erledige. Wie meine leidgeprüften Freunde schon feststellen mussten, scheue ich mich dann auch nicht vor unangenehmen Gesprächen oder einer Nachtschicht um etwas endlich aus meinem Leben zu schaffen.
Und weil ich so bin, ist es für mich gerade der totale Alptraum, wie sich die Sache mit unserem Bad verhält. Die ganze Geschichte ist ziemlich komplex, darum sei hier nur geagt: wir wohnen schon seit 2,5 Monate hier und es ist immernoch Baustelle. Für bestimmt noch 2 Woche (und das, ehrlich gesagt, dachte ich auch schon vor 2 Monaten). Der praktische Nachteil keine Dusche zu haben, ist gar nicht so schlimm. Der Baulärm und -dreck, ständig Handwerker im Haus zu haben, die Kisten die zwangsläufig nicht ausgepackt werden können und das generelle Gefühl “ich kann nicht ankommen. Wir sind noch nicht fertig” -das ist schrecklich. Herausforderungen in der Kommunikation mit dem Vermieter und kommen oben drauf.

Das ist die eine Sache. Die andere ist eine Gruppenarbeit für die Uni, die wir alle (wie bereits erwähnt) schon laaange abgeben wollten. Aus verschiedenen Gründen klappt es einfach nicht und wir schlagen uns eeewig damit herum (selbst Fristen setzen oder “los Leute” -alles scheitert).

Diese beiden Sachen machen mir mein schönes Leben gerade echt sehr schwer. Weil ich mich so ohnmächtig fühle irgendetwas zu tun um die Sachen zu beschleunigen. In beiden Fällen engagiere ich mich, bettel um schnelle Erledigung, versuche zu motivieren -und scheiter. Ich habe das Gefühl: ich kann nichts tun. Ich kann nur aushalten. Und das fällt mir furchtbar schwer.
Aber vielleicht zeigt mir Gott an der ganzen Sache was echt Gutes: Situationen, die ich nicht ändern kann besser zu erleben, als sie nur aus zu halten. Ich kann nämlich doch was tun. Und zwar an meiner Einstellung. Ich kann mein Leben genießen, selbst wenn die Uni-Arbeit noch einen weiteren Monat geht. Und ich kann aufhören das “zu Hause fühlen” zu verschieben auf “später, wenn alles gemacht ist”. Und lieber gleich mit dem zu Hause fühlen anfangen. Das hab ich beschlossen. Und das werd ich -wie gewohnt- durchziehn. :)

Eine der Heimat-Gefühl-Maßnahmen: Rituale zellebrieren. Wie meine morgentlichen Müsli-Orgien.

*herrliches*Müsli* *herrliches*Müsli*

Herrlich sind die. Da kann man sich schon ein bißchen zu Hause fühlen.

Eine entschlossene Bini

P.S. Wer das mit dem Eingangsbild noch nicht verstanden hat: das ist an Wiesbadens Bahnhofbushaltestelle entstanden, wo jemand herrliche streetart fabriziert hat. Und das Bild lässt sich ganz gut übertragen auf meine Heimatgefühle (=singen wollen) und dass ich sie nur denke, statt es zu tun. Aber das wird ja jetzt anders. :)

5 Responses to “I really would [like to sing].”


  1. 1 der Domi

    Oh ja, ich mach mit! Oder wie hast du’s gestern gesagt: “Statusbericht in kurz: die Welt ist unangemessen scheiße, aber mir geht es unverhältnismäßig gut.”

  2. 2 inka

    Ich mach auch mit. Würde auch gern singen, vielleicht klappts ja irgendwann ;)

  3. 3 Bini

    Jaaaa! Lasst uns die Heimat erobern, Domi, Inka und wer sonst noch mag! :) Und @ Inka, ich finde, bei so kleinen Shootings klappt’s das mit dem Singen doch schon ganz gut.. Sollten wir öfter machen.

  4. 4 Doro Heinrich

    :D seufz. wer erfindet endlich einen “Beamer”?… “Beam me up Scotty”, nach Wiesbaden bitte.

  5. 5 der Domi

    Hehe, Doro, bevor wir dich hierher beamen, kommen wir aber erstmal nach Passau…
    Danke für deinen Besuch letztens: war schön, sich mal wieder auszutauschen und die Schwester da zu haben! Grüß den Änd & lasst’s euch gutgehen.

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