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Von grauen Haaren und Gnade.

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Hach, das Mutter-Sein lehrt einen so unglaublich viel. Ob man mag oder nicht. (ich mag nicht)

Meine kleine Norali hat gerade wieder so eine Phase, in der ihre intrinsisch Motivation für profane Alltagstätigkeiten gegen Null geht. Oder eher unter Null. Wer hat schon Bock auf „Straßenschuhe aus, Hausschuhe an“ oder auch „Händewaschen vor dem Essen“ oder auch „das morgendliche Anziehen“.
Keiner.
Eben.
Und wenn man drei ist, dann hat man ja noch den unglaublichen Vorteil, sich als Alleinherrscher seiner kleinen Welt zu verstehen und darum die Dinge außerhalb des eigenen Interessensgebietes getrost übergehen zu können.

Und ich kriege graue Haare.

Weil ich mich anhöre wie eine kaputte Schallplatte und weil meine Nerven schon bessere Tage gesehen haben. Und darum gibt’s Zoff bei uns und ich HASSE das. Weil alle anderen Mamas dieser Welt in ruhigem, gelassenem aber bestimmten Ton ihre Kinder erziehen und ich die einzige bin, die manchmal Platzen könnte vor GRRR. (oder?)

Fakt ist jedenfalls – ich mag mich so nicht, bin nach jedem Donnerwetter traurig und will so nicht sein. Gott seid Dank (GOTTSEIDANK!) bekommen wir jeden Morgen eine neue Chance, an jedem neuen Tag. Darum habe ich beschlossen meine armen Nerven zu erholen und mir dann vor Augen halten, was mir wichtig ist. Und mir „etwas vor Augen halten“, das kann ich am besten im wahresten Sinne des Wortes. Darum habe ich auf meine Küchenwand geschrieben:

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So kitschig es klingt, für mich zählen am Ende des Tages Liebe und Gnade. Dass ich meinen Kindern mit Liebe begegne (situationsbedingt streng und konsequent, aber auch mit Entschuldigung und istwiedergut) und mit Gnade. Gnade, für die kleinen Alleinherrscher, denen es weh tut ihr Zepter abzulegen und Gnade für die grauhaarige Mama, die genauso herrlich unperfekt ist, wie alle anderen grauhaarigen Mamas auch.

Und wer weiß, vielleicht stehen mir graue Haare sogar.

Eine begnadete Bini ;)

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Von geschorenem Haar und endloser Mama-Liebe

schöne Haare [Milia und ihre schönen Haare]

Letztens lag ich nachts wach. Also, erst hab ich geschlafen, aber die Milia nicht, dann hat sie geschlafen, aber ich nicht. Sie lag neben mir, hat unruhig geträumt, sich hin und her gewälzt und ich habe sie gestreichelt.

Und als ich ihre Haare gestreichelt habe, hatte ich einen dieser aberwitzigen, irrationalen Mama-Herz-Überqill-Momente. Ich habe gedacht:
„Ich hoffe, du rasierst dir nie deinen Kopf. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.
Ich hoffe, du vergisst nie, wie begeistert ich von dir bin. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.
Ich hoffe, du willst nie die Verbindung zwischen uns abbrechen. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.“

Und als ich mich heute morgen daran erinnert habe, musste ich lachen. Eine Tochter mit geschorenem Kopf, das wär schon was.

Ist das nicht unglaublich? Das man mit seinen Kindern eine Verbindung eingeht, die zur völlig idiotischen und selbstlosen Liebe führt? Ich hoffe ihre Haare bleiben auf dem Kopf und ich hoffe sie will immer ein Teil von meinem Leben sein. Aber selbst wenn sie mit Glatze auswandert und sich nie wieder meldet – ich werd sie immer lieben.

Eine endlos-liebende Bini

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Von goldener Herbst-Sonne

goldene Abendsonne
[
[goldene August-Abendsonne auf der Hochzeit von Andrea& Dan. Foto: Jonas Becker]

Meine geheime beste Freundin Shauna Niequist (sie weiß nichts von ihrem Glück, hihi), hat neulich im Savor-Buch über eine besondere Bibelstelle in Psalm 16,5-6 geschrieben. Es geht darin um das Erbe und um zugeteiltes Land und um Zufriedenheit mit den Grenzen, die gesetzt sind. Dazu stand eine Einladung, sein Leben mal anzusehen und zu schaun, wie zufrieden man mit den eigenen Gegebenheiten und Grenzen so ist.

Und wenn ich das mal so frei formulieren darf: Meine Fresse.

Ich bin so unglaublich, unfassbar und unsagbar zufrieden. Und dankbar. Und glücklich. Für diese herrliche Familie, die ich haben darf, für dieses herrliche Leben, in dem ich drin stecke und mich nicht so recht erinnern kann, wie das alles so kam. Mein Herz platz vor Glück und goldener Herbst-Sonne.

Dann habe ich eine lustige kleine Unternehmung gemacht – mein Gott-Zeit-Schreibebuch mal ein Jahr zurück geblättert. Und wenn ich das mal so frei formulieren darf: Meine Fresse.

Vor einem Jahr bin ich förmlich ertrunken in Tränen, in Schmerz, in Anstrengungen mit den Kindern, in Überforderung und in Einsamkeit. AchduliebeZeit.

Und ich hoffe so so so sehr, dass irgendwo, irgendeine frisch-gebackene Mama (oder  eine sonstwo in den tobenden Wellen des Ozeans steckende Menschenseele) das hier liest und ich ihr sagen kann, was ich der Bini-vor-einem-Jahr so gerne sagen würde: Alles wird gut! Halte durch! Du schaffst das! Doch Mann, du machst das gut! Doch, doch, bestimmt wird es besser, ganz sicher! Und ehe du dich versiehst, sitzt du in goldener Herbst-Sonne und kannst dein Glück nicht fassen!
Die Wellen um die Geburt eines Kindes sind unsagbar schlimm für manche von uns. Aber der friedliche Sonnenuntergang, wenn alles geschafft ist, ist nicht weniger intensiv. Kopf hoch! Wenn sogar ich das geschafft habe, dann schaffst du das auch!

Eine Bini auf der anderen Seite des Sturms

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So gar nicht meine Art

*neue*Mütze*
[Hui. Dieses Foto ist 5 Jahre alt. Die Mütze also auch. Muss sie bald mal raus kramen!]

… hier so lange nicht zu schreiben.

Die Sache ist die. Ich denke im Moment viel darüber nach, warum das Leben manchmal so anstrengend ist. Und man von den verschiedenen Erwartungen – vor allem den eigenen – so in die Knie gezwungen wird.

Ab und zu sitze ich der Illusion auf, dass es nur mir so geht. Das alle anderen besser organisiert sind. (Organisiert! Das wäre überhaupt die Lösung! Warum bin ich nicht besser organisiert?!) Aber in Wahrheit glaube ich an die Wahrheit – alle haben es irgendwo schwer.
(Und ganz ehrlich, zu hohe Erwartungen bekämpfen ist natürlich Meckern auf hohem Niveau)

Jedenfalls habe ich mich gefragt, wenn man es besser machen will, wo man da anfängt und aufhört und überhaupt. Wenn ich meine Erwartungen gern ein wenig runterschrauben würde, in leisere, schlichtere, entspanntere Töne, WIE soll ich das denn machen?

Bis ich neulich eine inhaltlich ähnliche Nachricht von zwei verschiedenen, neuen Freundinnen bekam: „Sorry, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, ist so gar nicht meine Art, eigentlich.“

Hm.

Das ist mir besonders deshalb aufgefallen, weil ich genau das auch immer schreibe. Und sage. Und viel denke. Ich will keinen falschen Eindruck erwecken; so spät, unpünktlich, unzuverlässig und schusselig bin ich eigentlich nicht. Bloß dann ist es mir leider wie Schuppen von den Augen gefallen – was, wenn doch? Was wenn ich dabei tatsächlich den richtigen Eindruck erwecke, weil ich in Wahrheit ein wenig spät, unzuverlässig und ganz besonders unpünktlich bin? Weil ich mehr vergesse, als ich möchte und weil ich – jetzt kommt’s – keine Kraft und keine Lust habe, besser organisiert zu sein.
Und welche Freiheit läge wohl darin, mich einfach so zu akzeptieren, wie ich bin und dem eigenen Richter mal getrost und gepflegt die kalte Schulter zu zeigen? Ich glaube große Freiheit.

Natürlich darf so eine Selbsterkenntnis nicht ungesund werden. Ich bin ja schließlich immernoch deutsch. Ich werde brav und anständig und gewissenhaft und zuverlässig all meine vielen Kinder zu all ihren vielen  Vorsorgeuntersuchungen bringen. Aber wir werden dort (wie immer) 5 Minuten zu spät ankommen.

Denn das ist genau meine Art.

Eine artige Bini

P.S. Meine Freundinnen und ihre Nachrichten haben diese Gedanken zwar in mir angestoßen, aber ihre Motivation ist natürlich nochmal anders, weil ein Gegenüber im Spiel ist. Die beiden wollten nicht, dass ich mich vergessen fühle. Ich sprech daher – wie immer eigentlich – nur für mich.

P.P.S. Ich frag ja selten meine Leser irgendwas, aber das Thema macht mich neugierig. Darum erstmal: Hallo? Ist noch irgend jemand da? Und: Kennst du das? Was sind Dinge, die du von dir erwartest, obwohl du eigentlich anders bist? (bin ich am Ende doch die einzige? Nein, ich weiß :))

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JETZT

Maiwaldmädchen[Jedes Jahr im Mai mache ich ein Shooting mit dem Maiwaldmädchen. Weil der Maiwald der Grünste von allen ist und weil nur ein Mädchen den Wald noch schöner machen kann. Diesmal waren es gleich drei und zum ersten Mal war ich selbst dabei.]

Ich bin momentan ein wenig aus der Puste. Das hat viele Gründe: Krank-sein, Müdigkeit, der weltbeste Ehemann ist oft abends im Einsatz (uuäääh!) und die kleine Norali ist momentan öfter zu Hause, als in der Krippe.

Gestern Abend dachte ich, voll im 17:00-Tief gefangen, „Es ist einfach soooo anstrengend, jetzt noch Kraft für’s Zubett bringen zu sammeln. Ich brauche einfach nur einen Feierabend und muss da jetzt noch alleine durch. Das ist doch kein Leben.“

Und ein wenig später hat mich irgendeine Kleinigkeit an New York erinnert, an eins meiner Lieblingscafés. Und für einen Moment hatte ich es ganz klar vor mir, den speziellen Kaffeeduft, die leisen Akustik Chill-out Klänge, den tattowierten Hipster, der bediente um sich seine Musik-Karriere zu finanzieren. Herrlich.
Und ich weiß es noch ganz genau, die Nacht in Brooklyn, als ich auf einem meiner Lieblingsblogs von der Ankunft des 3. kleinen Mädchens gelesen habe und es mich irgendwie so aufgewühlt hat, dass ich nicht schlafen konnte und stattdessen mit offenen Augen von unseren zukünftigen Kindern geträumt habe.
An dieser Stelle müsste der berühmte Filmriss kommen, ein lautes Quietschen, ein STOP. Moment mal. Habe ich tatsächlich IN NEW YORK GELEBT und davon geträumt, Kinder zu haben? Habe ich tatsächlich ZWEI EIGENE HERRLICHE MÄDCHEN und träume von New York? Bin ich komplett bescheuert?
Ich denke nicht. Hoffe ich zumindest :)

Aber es ist lohnenswert darüber nach zu denken. Ist das eine typische Ilsebill-Geschichte, die Frau des Fischers aus dem Grimm Märchen, die immer mehr haben wollte und immer was Neues, Anderes, Größeres, die nie zufrieden war? Oder liegt es eher daran, dass ich schon lange weiß, dass ich beides in mir trage. „Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust“ hat Goethes Faust gesagt. So fühle ich mich mit der Kunst, dem wilden, kreativen Leben, dem Tatendrang und der Schaffenskraft  VERSUS dem tiefen, inneren, festen, auch wildentschlossenen Bedürfnis all meine Liebe und Kraft meinen Kindern zu geben, sie zu schützen und sie an zu feuern, sie zu trösten und ihnen durch ihr Leben zu helfen.

„Vielleicht“, habe ich dann gedacht, „vielleicht wird es besser, wenn es ein wenig ausgeglichener ist. In NY war ganz extrem die erste Seite gefragt, mein Mutterherz war vollkommen unausgelastet. Jetzt ist es umgekehrt, das Mutterherz kommt VOLL auf seine Kosten, aber für den Künstler bleibt kaum Gelegenheit nach Luft zu schnappen. Wenn die Kinder etwas größer sind wird das doch bestimmt besser. Oder?
Oh nein. Ich will nicht mehr warten. Keine Sekunde länger will ich warten. Ich habe genug gewartet. Ich will mich jetzt ins Leben stürzen, in diesen Abend heute, an dem ich meine Mädchen ganz alleine in den Schlaf singen& kuscheln werde, in die handverlesenen Momente, in denen mich die Muse küsst, in alle Müdigkeit und alles puren Glück. So ist das Leben. Und ich will es JETZT genießen.

Maiwaldmädchen

Oh ja.

Eine Bini-im-Jetzt

 

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Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte *

3 Mädchen
*außer zum Thema Kinder.

Dazu sagt dieses Bild absolut gar nichts. Also doch, schon, es sagt eine Menge, aber ich müsste noch 1.000 Worte hinzu fügen, um der Sache gerecht zu werden.

Das Bild sagt nicht, dass schon vor dem Frühstück allerseits eine solche Verzweiflung herrschte, dass ein Mädchen-Haarband-Partnerlook die einzige Rettung war.

Das Bild sagt nicht, dass der Rest der Wohnung ein einziges Chaos ist, in dem sich benutzte Kaffeetassen in Wäschebergen verstecken (ok, das ist übertrieben, aber auch nur ein bisschen). 

3 Mädchen

Das Bild sagt nicht, zumindest nicht in der Wucht, in der ich es fühle, wie unfassbar schön meine Mädchen sind.

Das Bild sagt nicht, wie herrlich sich ihr Lachen anhört.

Das Bild sagt nicht, dass ich unter 3 Kaffee den Tag nicht schaffe.

3 Mädchen

Das Bild sagt nicht, dass mich Noralis Ideen und Aussprüche täglich zum Lachen bringen und Milias breites Grinsen die Welt schöner macht.

Das Bild sagt nicht, dass mir nach unzähligen Krankheitstagen (Scharlach! Zähne! Grippe! Magen-Darm! Schnupfen! Zähne! Wachstumsschub! Achjaunddie ZÄHNE!) langsam die Puste ausgeht.

3 Mädchen

Es ist in echt nicht so leicht, wie es aussieht. Sonder superschwer.
Es ist in echt nicht so schön, wie es aussieht. Sondern noch viel, viel, viel schöner.

Eine  Bini im Mädchen-Haarband-Partnerlook

P.S. Das ist eigentlich einen eigenen Beitrag wert, aber egal,  jetzt kommt’s im PS: Seit kurzem kann meine Kunst kaufen – hurra!!!!! Und zwar hier: juniqe.de/sabrina-hofmann

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Don’t fight February.

Jedes Jahr wieder erwischt mich der Februar mit voller Wucht. Alles ist Grau, Grau, Grau im Februar. Alles ist müde, erkältet und am Frieren. Der Frühling scheint genau so weit weg zu sein, wie die kuschelige Bettdecke, auf die ich mich den ganzen Tag freue.

Und jedes Jahr will ich mich dagegen wehren. Will die Anstregnung ignorieren und mit Gummistiefeln durch Pfützen stampfen. Will die Müdigkeit mit schönen Kerzen vertreiben und eine dampfende Suppe kochen. Will durch meine to do Liste preschen, um am Abend nicht nur erschöpft zu sein, sondern auch was geschafft zu haben. Die „let’s do this, February“-attitude.

Aber in der letzten Zeit freunde ich mich mit dem Gedanken von Schwachheit an. Von Pausen brauchen und darum Pausen machen. Von Ideen für später aufheben und für vielleicht-sogar-eventuell jemanden enttäuschen. Eigentlich reichen mir für diesen Monat die Ziele, dass meine Kinder sauber und satt sind. (weniger stillen/mehr essen bei der Kleinen und OHNE Windel bei der Großen ist ohnehin ein monatsfüllendes Programm. Ich koche und wasche den ganzen Tag).

Gestern hat die Kleine ein Schläfchen gemacht und die Große wollte eine Geschichte hören. Das ideale 20 Minuten Fenster, um schnell die Spülmaschine auszuräumen, das Abendessen vorzubereiten und dieses blöde Antragsformular auszudrucken. Da sagt meine kleine Norali: „Mama, hörst du mit mir?“ Oh Mann, ja! So unglaublich gerne. Also haben wir auf der Couch gekuschelt und zusammen die CD angehört. So lässt sich der Februar unbedingt aushalten.

February

Darum für mich selbst und für alle die es hören müssen: Don’t fight February! Grau und müde, Schwäche und Pausen gehören zum Leben. Ich will nichts davon vermissen oder verpassen. Willkommen, du hässlicher Monat! Ich freue mich auf dich.

Eine non-fighting Bini

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31 Dinge, die ich mit 31 gelernt habe.

10 Jahre!
[mein Lieblingsfoto mit 31! An unserem 10. Hochzeitstag im Kurpark]

Morgen werde ich 32, höchste Zeit also, vorher noch 31 Dinge fest zu halten, die ich mit 31 gelernt habe:

  1. Ich kann einen blogpost schreiben, obwohl ich in einer komplett verwüsteten Chaos-Küche sitze, in der ich eigentlich für morgen Kochen und Geburtstagskuchen backen sollte…
  2. iMessage ist zwar nur eine kleine app, sie hat mein Leben aber revolutioniert. Ich schreibe mit meiner liebsten Alaska-Beth so, als würde sie nebenan wohnen. Herrlich ist das.
  3. Es ist ein abgesdroschener Satz und hach, dagegen sträubt sich alles in mir, aber:
    „1 Kind ist wie Urlaub“.
  4. Sehr schwanger aussehende Frauen sollte man niiiie fragen: „boah, isses bald so weit?!?“, denn dann kommt ein säuerliches „Ich hab noch 10 Wochen, grrr“. Neue Grundregel: Gespräche mit egal-wie-schwangeren immer starten mit „du siehst TOLL aus!! Kann ich dir ein Stück Kuchen spendieren?“ Oh ja. Klingt viel besser.
  5. Holland. Der Holland Urlaub war eine Horizonterweiterung, vor allem wegen der Weite am Horizont.
  6. ein Schwangerschafts Dokumentations Foto Projekt ist eine tolle Sache, ist furchtbar anstrengend, macht unglaublich Spaß und – wie bei der Schwangerschaft auch – man kann das Ende kaum abwarten.
  7. iced coffee. Oh, liebster iced coffee. Der Sommer war ohne große Mühe der schlimmste Sommer aller Zeiten und iced coffee war der Fels in meiner Brandung, der mir mehr emotionalen Halt gegeben hat, als ich zu geben mag. Im letzten halben Jahr war der 23. Januar der einzige Tag ohne iced coffee (und das war ein Unfall!).
  8. große Schwestern sind der Hammer.  Sowohl in klein (Norali), als auch in groß (meine Schwester Anja) und ganz besonders in Braut (wieder Anja).
  9. Nutella ist fatal in der Stillzeit. Oder bin ich die einzige, die über keinen Funken Impulskontrolle verfügt und das Nutellaglas mit dem Löffel bewaffnet attackiert? Ups.
  10. 10 Jahre ist der weltbeste Ehemann an meiner Seite Ehemann und ich bin unfassbar froh und dankbar und glücklich darüber. Er war und ist bis zum heutigen Tag der faszinierenste Mensch, den ich je getroffen habe.
  11. Wenn man für die Verbesserung der Ehekommunikation ein „marriage board“ an die Wand schraubt und aktuelle (meist kritische) Themen darauf vermerkt, sollte man unbedingt Zeit einplanen, um all die Themen zu besprechen. Sonst ist der nächste, kritische Punkt auf der Liste „dieses saublöde marriage board“.
  12. Eine große Kleiderauswahl haben ist vollkommen überbewertet. (Andererseits fürchte ich, dass das komplette KiTa Personal langsam dahinter kommt, dass ich jeden Tag die gleiche Hose und das gleiche Shirt anhabe… ups.)
  13. Lieblingslied in diesem Jahr, war eindeutig von Sam Smith „I’m not the only one“. Trotz des Textes. Herrlich.
  14. Das der Apfel nicht sonderlich weit vom Stamm gefallen ist, merkt man daran, dass Mutter und Tochter gemeinsam gereimte Kinderbücher vortragen können ohne eine einzige Seite aufzuschlagen. Sehr amüsant. Besonders bei diesem hier.
  15. Überhaupt ist das Jahr, in dem das Kind sprechen lernt (also so richtig, in ganzen Sätzen, mit eigenen Gedanken) ein recht amüsantes. Zu den Favoriten gehören: „Hör mal, eine Motorsäge“ Norali: „Ja, da wird gerade vielleicht ein Motor gesägt“.  Ihre beste Wortkreation: die Hebamama. Wie überaus treffend.
  16. Denn wenn irgendwo irgendwer auf der Welt denkt, dass man eine Geburt oder die erste Zeit mit Baby ohne eine Hebamme schaffen kann – dann weiß ich auch nicht. Da fehlen mir die Worte. Ich wäre nicht mehr da, ohne meine Hebamme (die beste der Welt, übrigens).
  17. Aber MIT Hebamme kann ich einen Menschen auf die Welt bringen (auch wenn ich es noch Sekunden vorher für komplett unmöglich halte)! Einen kompletten Menschen, einen supercoolen noch dazu! Darauf bin ich sehr stolz.
  18. Wenn man dann noch im Kreißsaal, mit mega frisch geschlüpftem Baby im Arm einen Ring vom Ehemann geschenkt bekommt, ist das eine unglaublich schöne Erinnerung.
  19. Wenn man denkt, dass man nach 36 Wach-Stunden (davon 18 Stunden Wehen) noch in der Lage ist, allein aufs Klo zu gehen, ist es mal wieder eine Hebamme, die einen rettet und die Füße hochhält, während man aus der Ohnmacht erwacht. Hmjaja. So war das.
  20. Shauna. Meine aktuelle Lieblingsautorin (für IMMER! Sie ist wundervoll!!) heißt Shauna Niequist und ist ganz und gar fantaschisch. Mein Lieblingsbuch ist Savor, aber bread and wine kommt gleich danach!
  21. Eine unglaubliche Erkenntnis war mit 31 (Achtung! Dafür habe ich ZEHN Ehejahre gebraucht!), dass ich meinen Mann nicht ändern kann und wohl niemals ändern werde.
  22. was zu dem Mantra geführt hat „Lieb ihn, wie er ist. Lieb ihn, wie er ist.“ Das murmele ich meistens mit zusammen gebissenen Zähnen und geballten Fäusten.
  23. wenn man denkt, das Kind kann nicht noch süßer werden – doch. Kann es. Wenn man denkt, das Kind kann nicht noch ungehorsamer werden – doch. Kann es.
  24. Dass sich zwei Schwestern in ihrem ersten gemeinsamen Jahr bereits so gern haben können, hätte ich nicht für möglich gehalten. (wer trocken lacht und sagen will: „jaha, noch! haben sie sich gern“, der soll bitte lieber den Mund halten, Dankeschön).
  25. Wer am Geburtstag einen Geburtstagskuchen essen will, sollte langsam mal anfangen mit dem Backen…
  26. Den Pinsel schwingen führt immer noch zu Höhenflügen und zu bald erwerbaren Kunstwerken. Hoffentlich gibt’s bald mehr dazu!
  27. Wenn das Kind zum ersten Wochenende bei Omi& Opi abgeholt wird, dauert es keine 25 Minuten, bis man fröhlich im Kino sitzt. Ha!
  28. Urlaub zu Hause funktioniert, wenn man nur will. Und wenn man nicht im heimathafen arbeitet, denn dann ist die Sache schon sehr viel schwieriger.
  29. Auch wenn dieser heimathafen einige Dinge sehr viel schwieriger macht, macht er unser Leben auch immer noch schöner, bunter, aufregender. Und möglich, mal so ganz klar gesagt.
  30. Pläne, die man tagsüber für abends macht, könnte man auch gleich streichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Abend auch nur ein Funken Restmotivation übrig ist, geht gegen 0.
  31. Außer man möchte einen Geburtstagskuchen essen. Da fange ich jetzt schnell mal mit an.

Hui! Was für ein unglaubliches Jahr! Einige Episoden waren so so schwer. Dafür haben wir einen komplett neuen Menschen auf diese Erde bekommen, einen recht fröhlichen noch dazu! Und überhaupt gab es viel Wachstum, viel Lernen, viel Beschenkt sein. Ich bin sehr dankbar für mein Jahr und bin so super gespannt auf das kommende!

Eine 31-Jahre-alte Bini

P.S. Der Kuchen ist jetzt zu müde und möchte nicht mehr gebacken werden. Vielleicht nächstes Jahr.

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Vom schönsten und leisesten Durchbruch aller Zeiten und dem schlummernden Künstler.

Angekommen

Irgendwann vor 4-6 Wochen war er endlich da. Mein Durchbruch. So sanft und leise, das er in keinster Weise dem brachialen Wort „Durchbruch“ gerecht wird, aber oh, sooo wundervoll und herrlich. Auf einmal habe ich in meinem Tag innegehalten und festgestellt – ich bin angekommen. Ich fühle mich genau richtig. Das Leben ist schön, meine beiden Mädchen sind unbeschreiblich herrlich. Ich habe das Toben des Ozeans überlebt und bin in milderen Gewässer gelandet. Oh, wie gut.
Natürlich, natürlich ist das Leben voller neuer Überraschungen und Herausforderungen. Langweilig wird’s trotz allem Angekommen-sein nicht. Besonders nicht im Winter, wenn die Bazillen sich selbst zu den Herrschern des Universums küren. Die fiesen Dinger.
Also streiche ich Weihnachtsfeiern und sage Treffen ab, wische stattdessen kleine Rotzenasen, inhaliere (mit Lied, immer mit Lied), gebe Nasentropfen und Schnupfencreme und wenn man alles bei allen durch hat, kann man direkt wieder von vorne anfangen.

Ich vereinfache wo ich kann (Hauptsache die Wäsche ist gewaschen, zusammenlegen ist ein Luxus für gesunde Tage…), schlage mir die Nächte um die Ohren als wäre ich eine feierwütige Abiturientin und ab und an halte ich inne und denke daran, dass ich meine Träume nicht vergessen will, auch wenn sie gerade hinten anstehen. Ich bin noch da. Der Künstler in mir ruht ein wenig, findet momentan kreative Lösungen bei Zeitnot und angesichts der gähnenden Leere des Kühlschranks. Oder auch wenn es unterwegs Windelunglücke gibt, die jeglicher Beschreibung spotten. Oder so. Momente zum Kreativ-Sein gibt es in Hülle und Fülle und eines Tages werde ich dafür auch wieder Fotos und Videos verwenden, richtige Künstlermaterialien wie Farbe und Pinsel und Leinwände. Und Schreiben werd ich. Schreiben, Schreiben.
Und bis es soweit ist, werde ich meinen Laptop zu klappen und den Kittel anziehen, den mir meine  kleine, große Norali genau jetzt hinhält, wo ich das hier schreibe – und knete mit ihr. Oh ja.

Eine angekommene Bini

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Das Schluchtzen in der Umkleidekabine – das war ich.

DSC_0061Neulich hab ich den dummen Fehler gemacht loszuziehen, um etwas zum Anziehen zu kaufen. Der Grundgedanke ist schon richtig, denn Kleider in denen ich mich wohlfühle, sind so rar, dass ich alle 2 Stunden waschen muss.

Aber oh. So viel Frust. Jeans mit Größen in galaktischer Höhe und zeitgleich erschreckender Enge. Oberteile in Zeltausmaß und trotzdem spannt der Knopf auf Brusthöhe. Und nebenan in der Umkleide eine Abiturientin, die fröhlich ruft „Bringst du’s mir bitte nochmal in XS, ja?“

Pfff. Meine XS Zeiten sind vorbei. Und obwohl es dafür einen wunderhübschen, sehr lohnenswerten Grund gibt, hat mein Stolz da manchmal schwer zu Schlucken. Und mein Selbstmitleidkontingent wird zum Zerbersten gefüllt. Auch, als ich die 58. Hose ausziehe und mein Blick auf die blauen, zerstochenen Oberschenkel fällt, die ich den Thrombose-Spritzen verdanke. Kein Mensch sagt einem, dass Kinder körperlich so viel kosten. Keiner.

Aber dieser Körper, den ich da habe – der hat wirklich Erstaunliches geleistet in den letzten Wochen. Er wurde gedehnt, gestochen, hat sich entzündet, ist gerissen, hat einen kompletten Menschen wachsen lassen und sorgt jetzt dafür, dass dieser kleine Mensch schon gigantische 6 kg zugenommen hat. Das sind 1,2 kg pro Monat. Nur durch meinen Körper.

Und wenn die kleine, große Norali nachts von einem schlechten Traum aufwacht, hilft kein gutes Zureden, sondern nur, dass wir uns in den Sessel setzen und sie ihren müden Körper an meinen müden Körper kuschelt. Bis ich langsam fühle, wie sie wieder zurück in den Schlaf sinkt.

Mein Körper ist – genau so wie er ist – im Moment (lebens-)wichtig für meine beiden Mädchen. Er hat sie wachsen lassen, geboren und hält sie am Leben. Und das ist viel unglaublicher und viel beeindruckender, als eine Jeans, die tatsächlich *nicht* an den Waden steckenbleiben.

Darum: Ein Hoch auf all die erstaunlichen, wundervollen, unförmigen Hochleistungs-Körper von uns Mamas. Auf dass wir mehr Gnade und mehr Geduld mit unseren fabelhaften Körpern haben. Die perfekte Wohlfühljeans kann warten. Meine beiden Mädchen brauchen meinen perfekten Körper genau jetzt.

Eine rundum zufriedene Bini

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Das Meer.

Mein Alltag fühlt sich im Moment noch ziemlich drunter und drüber an. Es fühlt sich an wie die stürmische See: mal extremer Wellengang, dann ein wenig Ruhe vor dem Sturm und schon geht’s wieder los. Es gibt mehr Windeln, als man sich vorstellen kann, mehr Bedürnisse, als man erfüllen kann  und mehr Liebe, als ich in Worte fassen kann. Ich schwimme entweder im puren Glück oder in Tränen (und beides gleichzeitig). Bäm, bäm, bäm.

Vor ein paar Tagen hab ich zu meinem Freund Gott gesagt, dass ich mich in meinem Alltag so gerne mal wieder wie in einen langweiligen, friedlichen Teich fühlen würde, so ganz ohne Naturgewalt und die unglaubliche Macht des Ozeans.

Aber Gott hat gesagt: The ocean is where you belong.

ocean

Das musste ich direkt festhalten. Und mir an die Wand hängen.
Es ist ok, wenn es hoch und runter geht im Moment. Es ist nun mal stürmisch mit zwei so kleinen Kindern. Es ist nun mal ein emotionales Auf und Ab, bis sich die Hormone eingependelt haben. Es ist anstrengend und herausfordernd und wunderschön.
Und ich bin genau da, wo ich sein soll. Genau da, wo ich hin gehöre.

Eine Bini im Meer

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Von der Schwierigkeit, Hören zu lernen

Gestern war so ein Tag.
Holla, die Waldfee.

Bei 45°C (die tatsächlichen 35°C, plus meinem Still-Bonus von 10°C, denn mir ist iiiimmer heiß in der Still-Zeit) stehe ich an der Supermarktkasse und versuche die Einkäufe im Kinderwagen zu verstauen, in dem die kleine Milia schreit, während die große Norali mal wieder Reißaus genommen hat und jetzt am Grußkartenständer dreht, das die Trauerkarten nur so weg fetzen, um sich anschließend auf den Boden zu schmeißen und zu brüllen „MAMA, ich will ein Aheeeis!“
Grauenvoll. Sie im Zaum zu halten habe ich aufgegeben, jetzt hoffe ich nur noch, dass sie keinen allzu großen Schaden anrichtet, während mir der Schweiß auf das Wechselgeld tropft.

Ich übertreibe natürlich (leider kein bisschen). Und während ich den vollbeladenen Kinderwagen mit 1.000 Einkäufen und zwei brüllenden Kinder nach Hause schiebe, denke ich Wörter in meinem Kopf, die meine Kinder niemals sagen dürften. Oh ja.

Natürlich gibt es viele, viele Gründe dafür, dass mein sonst immerzu wohlerzogenes Kind gerade außer Rand und Band ist. Sie ist vor Kurzem zwei geworden. Und große Schwester dazu. Und die letzten sechs Wochen waren die unglaublichsten und anstrengensten aller Zeiten. Und all das addiert ergibt ein Kind, das für gewöhnlich das exakte Gegenteil von dem macht, was man ihm sagt. Und dazu laut schreit.

„Du solltest besser auf mich hören!“ „Nein.“

Als ich heute morgen mit meinem Freund Gott zusammen saß und in meinem Gott-Zeit-Buch meine Gedanken aufgeschrieben habe, fiel mir auf, was ich gestern geschrieben habe: „Gott, bitte hilf mir dich zu sehen in meinem Leben und meinem Alltag – heute!“ Weil ich glaube, dass Gott da ist, jeden Tag und immer und wir nur die Augen aufmachen müssen. Und dann ist es mir gedämmert: Auch gestern war Gott da. Ja, in den elenden Momenten, aber auch schon vorher, als das Chaos-Kind auf dem Heimweg von der KiTa bereits Renitenz hat durchblitzen lassen. Und eine kleine, leise Stimme mir gesagt hat, dass es klug wäre meine Pläne über Bord zu werfen. Und bloß nicht einkaufen zu gehen.

„Du solltest besser auf mich hören!“ „Nein.“

Oh, es ist schwer mit dem Hören, ich verstehe das kleine Norali. Weil meine Einfälle und Ideen doch  so gut sind! Und weil ich meine Pläne mag und weil ich es nicht mag, sie zu ändern. [Dabei ist Flexibilität eine der Grundvorraussetzungen dafür, Kinder zu haben und dabei nicht durch zu drehen…]

Hach ja. Ich glaube, das mit dem Hören können wir zusammen üben, mein Kind und ich. Und heute ist mein Gebet: „Gott, bitte hilf mir dich zu sehen in meinem Tag und bitte hilf mir, auch auf dich zu hören!“

Eine lernende Bini

Und weil ein guter Eintrag ohne ein Foto kein guter Eintrag ist, hier noch ein Bild von der kleinen Chaos-Maschine. Hach ja. Die Nudel.

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